Fledertiere (Flattertiere)

Fledertiere sind die einzigen flugfähigen Säugetiere. Diese artenreiche Ordnung ist weltweit auf allen Kontinenten, mit Ausnahme von Antarktika, vertreten. Fledermäuse sind nachtaktive Jäger, die mittels Echoortung Insekten bei Finsternis im Flug erbeuten können.

Arbeitsmittel

Merkmale der Fledertiere

Bei allen Fledertieren sind die vorderen Gliedmaßen zu Flügeln umgebildet. Die Unterarm-, Mittelhand- und Fingerknochen sind stark verlängert. Die gut durchblutete Flughaut erstreckt sich über das Handskelett (mit Ausnahme des Daumens) bis hin zum Beinskelett und der Schwanzwirbelsäule.

    Abb. 1

    Am Körper der Fledertiere ist der Brustbereich auffällig. Der Brustkorb bietet Platz für das kräftige Herz und die große Lunge, um den Körper im Flug mit ausreichend Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen. Am Brustbein setzt die kräftige Flugmuskulatur an. Der Körper der Fledertiere ist – mit Ausnahme der Flügel – von einem dichten Haarkleid bedeckt.

    Großer Abendsegler
    Großer Abendsegler mit dichtem Haarkleid.

    Fledertiere in Österreich

    In Österreich gibt es 28 Fledermausarten. Die heimische Zwergfledermaus ist die kleinste Fledermausart Europas. Die größte Fledermaus in Österreich ist das Große Mausohr.

    Großes Mausohr
    Großes Mausohr
    Braunes Langohr
    Braunes Langohr
    Langflügelfledermaus
    Langflügelfledermaus
    Große Hufeisennase
    Große Hufeisennase
    Zwergfledermaus
    Zwergfledermaus

    Alle heimischen Fledermausarten halten Winterschlaf, weil im Winter Insekten als Nahrung kaum verfügbar sind. Dafür fressen sich die Tiere im Herbst Fettreserven an, um den Winter überdauern zu können. Vor allem das Aufwachen benötigt viel Energie, daher ist es wichtig, Fledermäuse im Winter nicht zu stören. Beim Winterschlaf und auch tagsüber im Sommer halten sich die Tiere in Quartieren wie Dachböden, Brücken, Höhlen (v. a. zum Überwintern) oder Bäumen auf. Dabei hängen sie kopfüber an der Decke, wo sie vor Raubtieren geschützt sind. Außerdem können sie so mit wenig Energieaufwand losfliegen, indem sie sich einfach fallen lassen.

    Fledermäuse sind soziale Tiere, die das ganze Jahr über in Kolonien zusammenleben. Dabei haben die Tiere engen Körperkontakt, um sich gegenseitig zu wärmen.

    Fledermauskolonie des Großen Mausohrs
    Fledermauskolonie des Großen Mausohrs

    Fledermäuse paaren sich in den Winterquartieren. Während des Winterschlafs speichern die Weibchen die Spermien. Erst nach dem Aufwachen im Frühjahr findet die Befruchtung der Eizelle statt. Am Ende der Tragzeit, die 6 bis 8 Wochen dauert, bilden die trächtigen Weibchen Wochenstuben. Das ist ein Quartier, in dem die trächtigen Weibchen die Jungtiere (meist ein Junges pro Muttertier, selten zwei) zur Welt bringen und aufziehen. Die Jungen sind Nesthocker, werden also nackt und blind geboren. Nachts begeben sich die Weibchen auf die Jagd, die Jungtiere bleiben dicht nebeneinander hängend im Quartier zurück. Die Mutter erkennt ihr Junges an seinen Lauten und am Geruch. Nach ungefähr 4 bis 5 Wochen sind die Jungtiere flugfähig, nach ungefähr 6 bis 8 Wochen sind sie selbstständig. Nun sind sie auf sich gestellt.

    Wie orientieren sich Fledermäuse?

    Fledermäuse sind nachtaktive Jäger, die im Flug Insekten jagen. Das gelingt ihnen in der Finsternis, in einem dichten Wald und mit einer Geschwindigkeit von mehr als 30 km/h. Dafür nutzen sie die Echoortung. Eine Fledermaus sendet im Flug ständig sehr hohe Töne, Ultraschallwellen, aus. Diese werden von Objekten in der Umgebung, wie Bäumen, Mauern und Beutetieren (Insekten im Flug) zurückgeworfen (reflektiert). Dieses Echo fängt die Fledermaus mit ihren großen, trichterförmigen Ohren ein und kann anhand der Zeit, die es dauert, bis sie das Echo wahrnimmt, berechnen, wie weit das Objekt entfernt ist. Durch hohe Ruffrequenzen kann die Fledermaus sowohl die Bewegungen als auch Strukturen von Oberflächen wahrnehmen.

    Wie schafft es die Fledermaus, der Glocke auszuweichen?

    Um die Orientierung von Fledermäusen zu verstehen, hat man viele Experimente durchgeführt. Probiere selbst aus, welche Sinne die Fledermaus braucht, um in der Finsternis der Glocke ausweichen zu können! Klicke zuerst auf die richtigen Schaltflächen und dann auf Start!

    Die Echoortung gibt es nicht nur bei Fledermäusen. Zahnwale (z. B. Delfine), aber auch Menschen können sich mithilfe der Echoortung orientieren. Blinde Menschen können durch das Schnalzen der Zunge (Zungen-Klicks) Geräusche erzeugen, deren Echo ihnen Informationen über ihre Umgebung liefert. Der Mensch hat sich die Echoortung bei Tieren zum Vorbild für technische Anwendungen wie beim Radar und beim Sonar genommen.

    Fledermäuse brauchen unseren Schutz

    Fledermäuse werden als gefährdet eingestuft. Die Gründe dafür sind vielfältig. Fledermäuse benötigen meist ein Quartiere für die Jagd im Sommer und ein weiteres für die Überwinterung. Die Zerstörung (z. B. Fällen von Bäumen oder Abreißen alter Häuser) oder Verbauung (z. B. Schließen von Einfluglöchern bei Dachböden und Scheunen) von Quartieren reduziert den Lebensraum der Tiere. Durch die abnehmende Zahl an Insekten (z. B. aufgrund von Pflanzenschutzmitteln wie Insektizide) finden Fledermäuse nicht mehr so viel Nahrung. Auch das Stören (v. a. beim Winterschlaf) und die direkte Verfolgung der Tiere sind eine Gefahr.

    Wir können die Fledermäuse schützen, indem wir den Erhalt ihrer Quartiere unterstützen, sie nicht stören und ihnen in unseren Gärten Lebensraum bieten. Dazu sollten wir den Einsatz von Insektiziden und anderen Pflanzenschutzmitteln verzichten. Ein Garten mit vielen verschiedenen heimischen Pflanzen bietet den Insekten Lebensraum und den Fledermäusen Nahrung. Wir können den Fledermäusen auch Schlafplätze zur Verfügung stellen. Eine Möglichkeit sind Fledermauskästen, die man kaufen oder selbst basteln kann.

    Fledermauskästen auf einem Baum
    Fledermauskästen
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