Alarmierungstechnik

Wo heute vor allem digitale Alarmierungstechnik im Einsatz ist, verkündeten in früheren Zeiten Kirchenglocken Brand- oder Sturmwarnungen.

Arbeitsmittel

Sirenen

Die wohl bekannteste und häufigste Art, eine Feuerwehr zu alarmieren, stellen Sirenen dar. Diese sollen im Alarmfall überall gut hörbar sein und werden daher an geeigneten Standorten (z. B. auf hohen Gebäuden, auf Hügeln, auf Feuerwehrhäusern, …) fix montiert. Die Auslösung erfolgt meist auf digitalem Weg, das heißt, dass von der Notrufzentrale (z. B. der Landeswarnzentrale) ein entsprechendes digitales Signal an ein Auswertegerät geschickt wird.

Von der Alarmierungszentrale (Land, Bezirk) wird ein Alarmsignal über Funk an die lokalen Feuerwehren geschickt, dort wird durch einen Auswerter das Signal an die Sirenen und die Pager weitergeleitet.
Alarmierungsablauf

Jede Feuerwehr hat einen eigenen Code, sodass immer nur die Sirenen jener Feuerwehr heulen, die tatsächlich benötigt wird. Das Ertönen des Signales für den Feuerwehreinsatz bedeutet für die Feuerwehrleute, dass sie schnellstmöglich ins Feuerwehrhaus einrücken müssen. Eine große Bedeutung haben die Sirenen überdies, um die Bevölkerung im Katastrophenfall vor einer herannahenden Gefahr zu warnen.

Auf dem Dach eines Feuerwehrhauses ist eine deutlich sichtbare Sirene angebracht.
Sirene auf dem Dach eines Feuerwehrhauses

Höre dir das Signal an und drücke auf die passende Beschreibung!

Funkmeldeempfänger (Pager)

Klein, bequem zu tragen und ortsunabhängig sind Funkmeldeempfänger (= Pager). Sie sind auch nicht an einen bestimmten Ort oder die Windverhältnisse gebunden und können ebenfalls über Funk (daher auch der Name) alarmiert werden. Ein bestimmtes digitales Signal wird im Gerät ausgewertet und in eine Tonfolge umgesetzt. Außerdem können damit Feuerwehrleute einzeln (Einzelruf), in Gruppen (Gruppenruf) oder die gesamte Feuerwehr (Sammelruf) erreicht werden. Eine abgestufte Alarmierung nach Einsatzgrund ist somit möglich. Bei einigen Modellen können auch kurze Texte (Einsatzgrund und Einsatzort) mitgeschickt werden.

Ein Feuerwehrpager mit einer digitalen Anzeige au f der Einsatzgrund und Einsatzort angezeigt werden kann.
Feuerwehrpager mit graphischer Anzeige

Verständigung über SMS

Manche Feuerwehren nutzen zusätzlich zu den bisher erwähnten Alarmierungsformen auch noch die Verständigung über SMS. Zeitgleich mit dem Sirenen- bzw. Pagersignal wird dabei eine Textnachricht an die Feuerwehrmitglieder versandt. Dies stellt allerdings nur eine zusätzliche Form der Verständigung dar, da es beim Versenden der SMS zu Zeitverzögerungen im Minutenbereich kommen kann bzw. beim Ausfall von Sendemasten eine lückenlose Alarmierung nicht gegeben ist. Aus diesem Grund betreibt die Feuerwehr ein eigenes Funknetz, welches sich im Katastrophenfall (z. B. bei den Jahrhunderthochwassern 2002 und 2013) bestens bewährt hat. Die zivilen Mobilfunknetze waren damals größtenteils stark überlastet oder teilweise ausgefallen.

Klingelleitung

Bereits vor einigen Jahrzehnten machten sich Feuerwehrleute Gedanken, wie man die Alarmierung „stiller“ machen könnte. Auch braucht man nicht bei jedem Einsatz die volle Mannschaftsstärke; mit einem Sirenenalarm ist aber genau das der Fall. Ein erster Versuch, die Alarmierung zielgerichteter zu gestalten, waren Klingelleitungen. Das Prinzip war einfach: Jedes Haus eines Feuerwehrmitgliedes hatte eine Klingel (manchmal auch ein Feldtelefon aus dem Krieg) im Wohnbereich und war über Kabel mit den anderen Häusern verbunden. Im Alarmfall konnten diese Klingeln (oder alle Telefone gleichzeitig) ausgelöst werden. Diese Alarmierungsmöglichkeit hat heute ausgedient.

Von einer Zentrale, bei der eingeschaltet werden konnte welche Hausklingel ausgelöst werden soll, wurde durch das Drehen einer Kurbel so viel Spannung erzeugt, dass die Klingeln in den jeweiligen Häusern betätigt wurden.
Klingelleitung


Ein alter Feuerwehrmann erzählt: “Aus Beständen an Fernmeldematerial, das die deutsche Armee zu Kriegsende zurückgelassen hatte, bauten wir uns selbst eine Klingelleitung. Dazu mussten wir zuerst einen genauen Plan zeichnen und danach mehrere Kilometer Kabel durch den Ort verlegen. Einige Feuerwehrkameraden wohnten neben einer Stromleitung (10.000 Volt). Als wir unsere Kabeln dort spannten, begannen sie zu „singen“. Als wir fertig waren, konnten wir eine Löschgruppe (= 9 Mann) für kleinere Einsätze „still“ (das heißt ohne Sirene) alarmieren – übrigens konnte mit unserem System jeder jeden alarmieren.“

Warum begann die Klingelleitung ausgerechnet neben der Stromleitung (10 000 Volt) zu „singen“?

Die 10 000 Volt Leitung erzeugte ein elektromagnetisches Feld, welches durch den Draht der Klingelleitung hörbar wurde (Induktion). Der Draht schwang in der Frequenz der Hochspannungsleitung.

Ein alter Feuerwehrwagen
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