Die Zeiten

Mit einem Verb kann man ausdrücken, ob etwas in der Vergangenheit geschehen ist, ob etwas in der Gegenwart geschieht oder ob etwas in der Zukunft geschehen wird. Insgesamt gibt es im Deutschen für diese 3 Zeitstufen 6 Zeitformen.

Arbeitsmittel

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Wir unterscheiden im Deutschen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Um diese 3 Zeitstufen genauer auszudrücken, stehen uns 6 Zeitformen zur Verfügung.

Vor allem im Gespräch und wenn wir etwas mündlich erzählen, verwenden wir die Zeitformen Perfekt (für die Vergangenheit), Präsens (für die Gegenwart) und Futur (für die Zukunft).

Das Perfekt (für die Vergangenheit)

  • verwenden wir meist, wenn wir etwas mündlich berichten, was in der Vergangenheit passiert ist.
  • wird mit den Hilfszeitwörtern „haben“ und „sein“ und dem Partizip II (2. Mittelwort) gebildet, z. B. Ich bin gesessen und habe nachgedacht.

Das Präsens (für die Gegenwart)

  • drückt aus, was jetzt gerade passiert, z. B. Ich sitze und denke nach.
  • kann in einem Gespräch auch die Zukunft ausdrücken, z. B. Morgen denke ich darüber nach.

Das Futur (für die Zukunft)

  • zeigt, dass etwas erst in der Zukunft passieren wird.
  • wird mit dem Hilfszeitwort „werden“ und dem Infinitiv gebildet, z. B. Ich werde sitzen und ich werde nachdenken.

GRAMMATIK: Futur, Präsens, Perfekt – Setze die Sätze in die drei Zeiten!

Perfekt:
Der Königssohn
Präsens:
Der Königssohn reitet auf seinem Pferd aus.
Futur:
Der Königssohn
Perfekt:
Die Prinzessin hat hundert Jahre geschlafen.
Präsens:
Die Prinzessin
Futur:
Die Prinzessin
Perfekt:
Der Zauberer
Präsens:
Der Zauberer
Futur:
Der Zauberer wird einen Zauberspruch sprechen.

Das Präteritum

In einem geschriebenen Text, wie z. B. einem Märchen, wird meist das Präteritum (Mitvergangenheitsform) verwendet, um etwas auszudrücken, das in der Vergangenheit geschehen ist.

Das Präteritum (die Mitvergangenheit)
  • verwenden wir, wenn wir etwas schriftlich erzählen, was in der Vergangenheit passiert ist, z. B. in einer Erlebniserzählung oder einem Märchen – z. B. Ich saß und dachte nach.
  • verwenden wir, wenn das Ereignis in der Vergangenheit liegt und bereits abgeschlossen ist.

GRAMMATIK: Trainiere die Präteritumformen!

Lies dir das folgende Märchen der Brüder Grimm durch! Markiere alle Präteritumformen und setze sie in die Gegenwart:

Dornröschen (frei nacherzählt und gekürzt)

In einem fernen Land lebten ein König und eine Königin. Sie wollten ein großes Fest veranstalten, um die Geburt ihrer Tochter zu feiern. Da sie aber nur 12 goldene Teller besaßen, konnten sie eine der Feen in ihrem Reich nicht einladen. Als sie nun alle beim Festmahl saßen und die Feen dem neugeborenen Mädchen Schönheit, Klugheit, Freundlichkeit und vieles mehr wünschten, stürmte die 13. Fee wütend in den Saal. Sie sprach einen schrecklichen Fluch aus: Die kleine Prinzessin sollte sich an ihrem 15. Geburtstag an einer Spindel stechen und sterben. Eine der Feen konnte den Spruch noch abmildern. Das Mädchen sollte nicht sterben, sondern in einen hundertjährigen Schlaf fallen.

Obwohl das Königspaar alle Spinnräder aus seinem Reich verbannte, trat der Fluch dennoch ein. Das junge Mädchen stach sich an einer Spindel und alle im Schloss fielen in einen tiefen Schlaf. Rund um das Schloss wuchs eine hohe Dornenhecke. Viele Prinzen versuchten, sie zu durchbrechen, doch alle starben bei dem Versuch.

Als die hundert Jahre vorbei waren, kam wieder ein Königssohn des Weges. Da tat sich die Dornenhecke auf und er konnte das Schloss betreten. In der Kammer des höchsten Turms lag Dornröschen und weil er sie so schön fand, küsste er sie. Da erwachten alle im Schloss und bald darauf wurde Hochzeit gefeiert. Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage.

Plusquamperfekt und Futurum exactum

Das Futurum exactum (die Vorzukunft) wird sehr selten verwendet. Es gibt an, dass die Handlung in der Zukunft (im Futur) bereits abgeschlossen ist:

Nur für Expert*innen: Das Futurum exactum (die Vorzukunft)

Für das Schreiben von Geschichten ist die Vorvergangenheit wichtiger. Sie wird verwendet, wenn etwas noch weiter als die Erzählzeit Präteritum in der Vergangenheit liegt:

Für Profis: Das Plusquamperfekt (die Vorvergangenheit)

  • verwenden wir, wenn wir etwas schriftlich erzählen, was noch weiter zurückliegt als das, was im Präteritum erzählt wird. Z. B. Bevor ich mich für diese Lösung entschied, war ich gesessen und hatte nachgedacht.
  • tritt immer in Kombination mit dem Präteritum auf.
  • wird mit den Hilfszeitwörtern (im Präteritum) „war“ und „hatte“ und dem Partizip II gebildet.
  • wird häufig mit „nachdem“ eingeleitet.

GRAMMATIK: Finde das Plusquamperfekt!

Die Autorin des folgenden Texts hat offensichtlich noch Schwierigkeiten mit dem Plusquamperfekt und hat diese Zeitform deshalb nicht verwendet. Finde die 6 Stellen, bei denen das Plusquamperfekt vergessen wurde und korrigiere die Zeitformen!

Einst lebte in einer alten Mühle am Dorfrand ein Jüngling. Nachdem seine Eltern starben, wollte er in die Welt hinausziehen und sein Glück finden. Eine Fee sagte ihm vor Jahren voraus, dass er eines Tages auf einen Drachen treffen und eine Prinzessin heiraten würde. Nachdem er also etwas zu essen und trinken einpackte, marschierte er los – immer der Nase nach.

Schon bald geriet der Müllerssohn in einen dunklen Wald. Es wurde immer dunkler und unheimlicher. Schließlich kam er, nachdem er eine Brücke überquerte, an eine Lichtung. Dort erblickte er ein wunderschönes Mädchen, das von einem Drachen bedroht wurde. Um sein Maul knisterten kleine Flammen und er gab schreckliche Geräusche von sich. Nachdem sich der Jüngling ein Herz fasste, stellte er sich dem Ungetüm und sprach: „Nimm mich an ihrer Stelle!“ Da verwandelte sich der Drache in einen Menschen und sprach: „Dein Großmut hat mich von einem schrecklichen Zauber erlöst. Ich danke dir!“ Er schenkte dem Jüngling einen Diamanten so groß wie ein Hühnerei und verabschiedete sich von beiden.

Nachdem der Müllerssohn das Mädchen an der Hand nahm, führte er es heim ins Schloss ihres Vaters. Dieser gab ihm als Dank für seinen Heldenmut seine Tochter zur Ehefrau und so lebten sie glücklich bis ans Ende ihrer Tage.

27. Die Zeiten
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