Paarhufer und Unpaarhufer

Die systematischen Ordnungen Paarhufer und Unpaarhufer werden unter der Bezeichnung Huftiere zusammengefasst. Huftiere sind Zehenspitzengänger, die an ihren Zehen ein Gebilde aus Horn haben.

Arbeitsmittel

Merkmale der Huftiere

Paarhufer (z. B. Rinder) kann man von Unpaarhufer (z. B. Pferde) unterscheiden, indem man einige Merkmale an den Füßen betrachtet. Paarhufer haben eine gerade Anzahl an Zehen. Das Körpergewicht eines Paarhufers wird von zwei Zehen getragen. Bei den Paarhufern nennt man die Gebilde aus Horn an den Zehen Klauen. Unpaarhufer haben eine ungerade Anzahl an Zehen. Meist wird das Körpergewicht von der mittleren Zehe getragen. Unpaarhufer (z. B. Pferd, Esel, Zebra) haben Hufe an ihren Zehen. Diese diesen zum Schutz vor Verletzungen, zum sicheren Tritt sowie zur Verteidigung.

Klauen eines Rinds
Klauen eines Rindes
Huf eines Pferds
Huf eines Pferdes (mit Hufeisen)

Auf den ersten Blick sieht die Hand eines Menschen völlig anders aus als der Fuß eines Rinds oder eines Pferds. Betrachtet man aber den Knochenaufbau, so erkennt man die Ähnlichkeit: Sowohl bei der Hand des Menschen als auch bei den Füßen dieser Tiere beruht der Aufbau auf dem Grundbauplan aus Handwurzelknochen, Mittelhandknochen und Fingerknochen. Die Mittelhandknochen sind bei Huftieren stark verlängert. Huftiere treten mit der Spitze ihrer Zehen auf (Zehenspitzengänger).

    Abb. 3

    Paarhufer werden in Wiederkäuer und Nichtwiederkäuer eingeteilt. Wiederkäuer sind Pflanzenfresser mit einem mehrteiligen Magen, der die Verdauung pflanzlicher Nahrung erleichtert. Viele Wiederkäuer tragen Stirnwaffen, zum Beispiel Hörner oder ein Geweih. Kamele sind keine Wiederkäuer, haben aber ein ähnliches Verdauungssystem.

    Paarhufer oder Unpaarhufer?

    Kamel 1 / 19

    Heimische Huftiere

    In Österreich heimische, wildlebende Paarhufer sind das Wildschwein, die Gämse, der Alpensteinbock, das Reh, der Rothirsch und der Damhirsch. Wildlebende Unpaarhufer sind in Österreich nicht vertreten.

    Wildschwein

    In unseren Wäldern leben Wildschweine. Sie sind Allesfresser, die zur Nahrungssuche den Boden mit ihrer Schnauze durchwühlen. Mit ihrem ausgezeichneten Geruchssinn und ihrem guten Gehörsinn spüren sie die Nahrung auf. Mit der berührungsempfindlichen Rüsselscheibe können sie Nahrung in der Erde ertasten. Wildschweine erkennt man an ihrem gedrungenen Körper, den dunklen, steifen Deckhaaren (Borsten) und den auffälligen, nach oben gebogenen Eckzähnen, die zum Graben und zur Verteidigung eingesetzt werden. Die großen Eckzähne im Unterkiefer werden als Hauer bezeichnet.

    Wildschwein
    Wildschwein

    Typische Merkmale des Allesfressergebiss eines Wildschweins: Die Schneidezähne dienen dem Abreißen von pflanzlicher Nahrung. Die Vormahlzähne sind wie bei Raubtieren spitz und scharfkantig, um tierische Nahrung festhalten, Insektenpanzer knacken und Fleisch abreißen zu können. Die Mahlzähne haben wie bei den Pflanzenfressern flache, breite Kronen, um pflanzliche Nahrung damit zermahlen zu können.

    Schweine halten sich bevorzugt in feuchten, sumpfigen Gebieten auf. Sie haben zwei verkürzte Zehen (die Afterklauen), die abgespreizt werden können und so verhindern, dass die Schweine im schlammigen Boden einsinken. Da Wildschweine (und auch unsere Hausschweine) nur sehr wenige Schweißdrüsen haben, kühlen sie sich im Schlamm ab (Suhlen). Zur Hautpflege reiben sie sich danach an Bäumen. Hast du gewusst, dass Schweine sehr gut schwimmen können?

    Afterklauen eines Wildschweins
    Afterklauen eines Wildschweins
    Suhlende Wildschweine
    Suhlende Wildschweine
    schwimmende Hausschweine
    schwimmende Hausschweine

    Die Paarungszeit der Wildschweine nennt man Rauschzeit. Nach 3 Monaten kommen die Jungtiere (Frischlinge) in einem mit Gras gepolsterten Nest (Wurfkessel) zur Welt. Die Frischlinge sind Nestflüchter. Mehrere Weibchen (Bachen) bilden mit ihren Jungtieren einen Familienverband (Rotte). Die Männchen (Keiler) sind Einzelgänger.

    Heimische Hornträger

    Gämsen und Alpensteinböcke sind Hornträger. Sie leben im Gebirge und sind ausgezeichnete Kletterer. Gämsen können auch gut springen. Bei Gämsen und Steinböcken leben die weiblichen Tiere mit den Jungtieren in Rudeln. Männliche Tiere (Böcke) sind Einzelgänger. Alpensteinböcke wurden früher intensiv bejagt, da man ihnen Wunderkräfte zuschrieb und man ihr Fleisch gegessen hat.

    Gämse springt auf einem Felshang herum
    Eine Gämse kann bis zu 2 m hoch und bis zu 6 m weit springen.
    Der Steinbock ist ein guter Kletterer
    Der Steinbock ist ein guter Kletterer.

    Heimische Geweihträger

    Hirsche (z. B. Reh, Rothirsch, Damhirsch) sind Geweihträger. Rothirsche sind die größten Tiere in unseren Wäldern. Sie sind Pflanzenfresser. Hirschkühe bilden mit ihren Jungtieren Rudel. In der Paarungszeit (Brunft) versuchen männliche Rothirsche (Hirsche), ein Rudel gegen Rivalen zu verteidigen. Dies gelingt ihnen oft bereits durch ihr Imponiergehabe: Sie markieren ihr Revier, geben laute Brunftrufe (Röhren) von sich und stellen die imposante Größe ihres Körpers und ihres Geweihs zur Schau. Kann ein Rivale dadurch nicht vertrieben werden, kommt es zu direkten Kämpfen, bei denen das Geweih eingesetzt wird. Der Hirsch, dem die Verteidigung gelingt, wird während der Zeit mit dem Rudel als Platzhirsch bezeichnet und paart sich mit den Weibchen.

    Röhrender Hirsch
    Röhrender Hirsch
    Hirschkuh mit ihrem Kalb
    Hirschkuh mit ihrem Kalb
    Röhrender Hirsch

    Das Geweih eines Rothirsches wird jedes Jahr (von Februar bis April, abhängig vom Alter) abgeworfen. Schon kurz danach bildet sich das Geweih an den Stirnzapfen (Rosenstöcke) neu. Das Geweih wird aus Knochensubstanz gebildet, die mit der gut durchbluteten Basthaut umgeben ist. Die Basthaut dient der Versorgung mit Nährstoffen für das Wachstum des Geweihs. Nach Abschluss der Geweihbildung vertrocknet die Basthaut. Durch das Reiben an Bäumen (Fegen) streift der Hirsch die Basthaut ab. Hirsche werden nach der Anzahl der Enden ihres Geweihs bezeichnet. Hat ein Geweih beispielsweise 16 Enden (auf jeder Seite 8), spricht man von einem Sechszehnender.

    Dieser Hirsch (ein Sechszehnender) weiß sein Geweih gut einzusetzen.
    Dieser Hirsch (ein Sechszehnender) weiß sein Geweih gut einzusetzen.

    Rehe sind in ihrer Ernährung etwas wählerischer als Rothirsche. Sie fressen vor allem frische, leicht verdauliche Pflanzenteile wie Pflanzenknospen, Gräser, Kräuter und Beeren. Das Geweih des Rehbocks ist deutlich kleiner als das Geweih des Rothirsches.

    Rehbock
    Rehbock
    Rehgeiß
    Rehgeiß

    Rehe sind Einzelgänger. Zur Fortpflanzungszeit (Brunft) ab Ende Juli kann es zu heftigen Revierkämpfen zwischen den Rehböcken kommen. Die Jungtiere der Rehe (Kitze) erkennt man an ihrem weißgepunkteten Fell. Das Muttertier (Ricke) legt das Kitz in den ersten Wochen im hohen Gras ab, um auf Nahrungssuche zu gehen. Das abgelegte Kitz bleibt an diesem Ort, bis die Ricke zurückkommt, um es zu säugen. Daher sind in dieser Zeit landwirtschaftliche Maschinen für Kitze eine große Gefahr.

    Rehkitz
    Rehkitz

    Damhirsche wurden ab dem Mittelalter nach Österreich eingeführt, weil diese Hirschart genügsam ist und auch aufgrund seiner Größe gut in einem Gehegen gehalten werden kann. Man erkennt den Damhirsch am Schaufelgeweih der Männchen und dem gefleckten Sommerfell. Damhirsche sind selten in freier Wildbahn anzutreffen. Es gibt zurzeit ungefähr 500 wildlebende Damhirsche in Österreich.

    Bei den Damhirschen tragen nur die Männchen ein Schaufelgeweih.
    Bei den Damhirschen tragen Weibchen und Männchen ein Schaufelgeweih.
    67. Paarhufer und Unpaarhufer
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