Literarische Gattungen

Die drei großen literarischen Gattungen sind Lyrik, Epik und Dramatik. Auf dieser Seite werden sie anhand von Beispielen rund um Till Eulenspiegel und den Erlkönig vorgestellt.

Arbeitsmittel

Lyrik

Zur Lyrik gehören insbesondere die Textsorten Liedtext, Ballade und Gedicht.

Kennzeichen von Gedichten:

  1. Häufig in Strophen aufgebaut.
  2. Eine Zeile einer Strophe bildet einen Vers.
  3. Es werden Reime (z. B. Strauch – Bauch) und eine besonders bildhafte Sprache verwendet.
  4. Die Sprache ist besonders bildhaft.

Welche Reimwörter findest du im untenstehenden Gedicht? Markiere sie im Text!

Christian Morgenstern

Die drei Spatzen

In einem leeren Haselstrauch,
da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch.

Der Erich rechts und links der Franz
und mittendrin der freche Hans.

Sie haben die Augen zu, ganz zu,
und obendrüber, da schneit es, hu!

Sie rücken zusammen dicht an dicht,
so warm wie Hans hat's niemand nicht.

Sie hör'n alle drei ihrer Herzlein Gepoch.
Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch.

Quelle

Im folgenden Spiel kannst du noch weitere Reime finden:

Eine Ballade ist ein Gedicht mit mehreren Strophen, das eine (meist hochdramatische) Begebenheit erzählt. Die berühmte Ballade Erlkönig von Johann Wolfgang von Goethe ist eine der gruseligsten Balladen der deutschsprachigen Literatur.

Epik

Zur Epik gehört jeder erzählende Text mit Erzähler*in, das heißt, insbesondere Kurzgeschichte, Märchen, Sage, Volksbuch und Roman. Längere epische Texte sind oft in Kapitel unterteilt.

Im folgenden SchuBuch findest du ein Beispiel für eine Kurzgeschichte.

Ein bekanntes Beispiel für ein Volksbuch ist die Sammlung der Geschichten über Till Eulenspiegel, der im Mittelalter wirklich gelebt haben soll und dessen Streiche bis heute gern gelesen werden.

TEXTVERSTÄNDNIS: Ziehe die Wörter in die richtigen Felder!

Volk Buchdruck Till Eulenspiegel Leserschaft Volksbücher unterhalten

Volksbücher gehören zu den epischen Textsorten. Sie erzählen Geschichten, die für ein ganz bestimmtes Publikum geschrieben sind: das einfache Volk.

Entstanden sind die Volksbücher ab dem 15. und 16. Jahrhundert. Oft wurden sie mittels dem damals schon verbreiteten BuchdruckBuchdruck vervielfältigt und konnten so eine große Leserschaft erreichen. Das Ziel der Volksbücher war in erster Linie, die Leser*innen zu unterhalten oder zu belehren.

Zu den bekanntesten deutschen Volksbüchern zählt „Till Eulenspiegel”.

TEXTVERSTÄNDNIS: Sind die folgenden Aussagen zum Text richtig oder falsch?

a)
Das ist ein Statement.

SPRECHEN: Besprecht in der Klasse folgende Fragen!

  1. Fallen euch Bücher ein, die heute besonders beliebt sind?
  2. Wie ist ihr Erfolg zu erklären?
  3. Gibt es ein Buch, das mehrere in eurer Klasse unabhängig voneinander gelesen haben?

Lest nun eine Geschichte von Till Eulenspiegel!

Die meisten Geschichten rund um Till Eulenspiegel folgen diesem Grundschema:

Till Eulenspiegel kommt an einen neuen Ort. Hier findet er Arbeit, wird aber von seinem Arbeitgeber oder von Bewohner*innen des Orts schlecht behandelt. Deshalb spielt er diesen einen Streich und macht Scherze, indem er sich dumm stellt und Redensarten wortwörtlich nimmt.

SPRECHEN: Überlegt gemeinsam in der Klasse folgende Fragen!

  1. Was bedeutet die Redewendung „mit dem Kopf durch die Wand wollen“?
  2. Was würde passieren, wenn Till Eulenspiegel diese Redewendung wortwörtlich nimmt?

WORTSCHATZ: Ordne zu: Welche Redewendung wird hier erklärt?

  • den Löffel abgeben
  • jemandem auf den Leim gehen
  • einen Zahn zulegen
  • etwas ausbaden
  • den Faden verlieren
  • Dreck am Stecken haben
  • für etwas Schlechtes die Verantwortung übernehmen
  • etwas zu verbergen haben
  • sterben
  • seine Geschwindigkeit/Anstrengungen erhöhen
  • den Überblick verlieren
  • sich von jemandem täuschen lassen

THEATER: Geht in Gruppen zu je 3–4 Schüler*innen zusammen und denkt euch in der Gruppe zu einer Redewendung eine Eulenspiegelgeschichte aus! Wie könnte die Geschichte verlaufen, wenn Till die Redewendung wortwörtlich nimmt? Wenn euch keine Redewendung einfällt, könnt ihr eine aus der Übung oben auswählen.

Inszeniert eure kleine Geschichte gemeinsam und spielt sie dann euren Mitschüler*innen als Theater vor!

Dramatik

Zur Dramatik gehören Texte, die für die Bühne geschrieben sind, also insbesondere Theaterstücke und Drehbücher für Filme. Die meisten dramatischen Texte sind in Akte und Szenen untergliedert.

Der Schwerpunkt liegt auf den Reden der Figuren. Informationen über den Ort der Handlung oder das Verhalten der Figuren werden meist nur über Regieanweisungen vermittelt.

Lies dir im folgenden SchuBuch einen kurzen dramatischen Text durch!

Es macht Spaß, einen dramatischen Text als Theaterstück aufzuführen. Auch eine Ballade hat sehr viele dramatische Elemente. Besonders lebendig wird ein dramatischer Text, wenn er spannend vorgetragen wird.

HÖREN: Hört euch die Ballade Erlkönig an und achtet besonders darauf, wie es dem Erzähler gelingt, den Text lebendig und abwechslungsreich zu vorzutragen! Versucht euch danach selbst an einer Umsetzung!

Achtung, es wird gruselig! Erlkönig

Den Erlkönig inszenieren

  1. Geht in Gruppen zu je 4 Schüler*innen zusammen und verteilt die Rollen: Vater, Erlkönig, Kind, Erzähler*in!
  2. Bereitet nun eine möglichst spannende Inszenierung vor! Ihr könnt dafür auch Requisiten und Verkleidungen verwenden. Nutzt Sprechpausen, Betonung, Sprechtempo und Lautstärke, um die Ballade besonders eindrucksvoll zu gestalten!
  3. Spielt den Erlkönig euren Mitschüler*innen vor!
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20.12.2021
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