Die Zeitzonen

Viele unserer Tätigkeiten (wie Arbeit, Freizeit und Schlafverhalten) richten sich nach der Sonne.
Da sich die Erde um ihre eigene Achse dreht, ist immer nur ein Teil von ihr der Sonne zugewandt. Während in Österreich um 12 Uhr Mittag die Sonne hoch am Himmel steht, ist sie in Japan nicht zu sehen.

Arbeitsmittel

Ortszeit (Mittagszeit)

Jeder Punkt der Erde hat im Laufe eines Tages einen Sonnenhöchststand. Dafür wählte man den Ausdruck Mittagszeit (12 Uhr). Alle Punkte der Erde, die sich auf demselben Längengrad (Meridian) befinden, haben zur gleichen Zeit Mittag. Jeder Ort, der sich auf einem unterschiedlichen Meridian befindet, hat eine andere Mittagszeit. Zum Beispiel steht in Wien, im Vergleich zu Bregenz, die Sonne ungefähr 25 Minuten früher am höchsten Punkt.

Bild der Erdkugel vom Weltraum aus gesehen. Auf ihr stehen in satirischer Weise zwei übergroße Betten. Auf eines der beiden strahlt bereits die Sonne und ein aufwachender Mensch sagt zu dem Menschen im Bett, das noch im dunklen Bereich der Erde steht: Gäääääähn. Heeeeeeeeh, aufstehen!
Die unterschiedlichen Zeiten entstehen, weil die Sonne nicht auf alle Bereiche der Erdkugel zugleich scheinen kann.

Noch vor 150 Jahren hat man jedem größeren Ort eine eigene Zeit (Ortszeit), ausgehend nach seinem Sonnenhöchststand, zugeordnet. Man musste also nach einer Ortsveränderung seine Uhr ständig umstellen. Da man damals nicht sehr beweglich war und Reisen in ein anderes Land sehr lange dauerten, war das Problem nicht allzu bedeutend. Als aber die Eisenbahn und somit ein schnelles Verkehrsmittel entwickelt wurde, kam es zu großen Verwirrungen. Fahrpläne oder Dienstzeiten zu erstellen war kompliziert. Die schwer durchschaubaren Zeitangaben hatten sogar Zugunglücke zur Folge.

In einer comichaften Darstellung ist zu sehen, wie ein Zug auf einen anderen zurast, weil der Lokführer sich nicht mit den unterschiedlichen Zeiten in den Städten auskennt.
Chaos ohne Zeitzonen

Eine Lösung für dieses Problem war die Einführung der Zeitzonen:
Man teilte dazu die Erde in 24 gleich große Streifen auf. Daraus ergibt sich für jeden Streifen eine Breite von 15° (360 : 24 = 15). Jeder dieser Streifen stellte von nun an eine eigene Zeitzone dar.

Weltzeit

Der Nullmeridian wurde als mittlerer Längengrad der ersten Zeitzone und diese als Weltzeit (UTC, Universal Time Coordinated) festgelegt. Davon ausgehend bildet jeder 15. Längengrad den Mittelpunkt einer neuen Zeitzone.

Nach Osten wird pro Zeitzone eine Stunde hinzugezählt (UTC+1h, UTC+2h, ...) und nach Westen eine Stunde abgezogen (UTC-1h, UTC-2h, ...). Welche Zeitzone ein Staat als gesetzliche Zeit verwendet, bleibt ihm überlassen. Beispielsweise haben sich Spanien und Frankreich für die UTC+1 (auch Mitteleuropäische Zeit, MEZ genannt) entschieden, obwohl sie nach ihrer geografischen Lage im Streifen der UTC±0 liegen würden.

Die Zeitzonen in Europa anhand einer Landkarte dargestellt. Beginnend mit UTC-2 bis zu UTC+3
Zeitzonen (UTC) in Europa

Manche Staaten sind so groß, dass sie mehrere Zeitzonen haben. Das Festland von Amerika wurde in vier Zeitzonen eingeteilt, UTC-5 bis UTC-8. Das riesige China erstreckt sich über fünf Zeitzonen, es wurde aber nur eine Zeit festgelegt, UTC+8. Wer die Grenze von China nach Pakistan überquert, muss seine Uhr drei Stunden zurückstellen. Manche Länder weichen sogar von den vollen Stunden ab - beispielsweise Indien mit UTC+5h30min.

Sommerzeit

Die Sommerzeit wurde in Europa einst eingeführt, um Energie zu sparen, danach zur Vereinheitlichung. Dabei wird am letzten Sonntag im März um 2 Uhr die Zeit eine Stunde vorgestellt und am letzten Sonntag im Oktober um 3 Uhr die Zeit eine Stunde zurückgestellt - im Sommer ist es dadurch am Abend länger hell.

Eselsbrücke
Im Sommer gibt es Plusgrade (+1 Stunde), im Winter Minusgrade (-1 Stunde).
Die Sinnhaftigkeit der Sommerzeit wird oft in Frage gestellt und man überlegt sie abzuschaffen.

3. Die Zeitzonen
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