Atomenergie

Atomkraftwerke (AKWs) spielen weltweit eine große Rolle bei der Energiegewinnung. Die Grundlage ist die Spaltung von Atomkernen des radioaktiven Schwermetalls Uran.

Arbeitsmittel

Atomspaltung

Um den Atomkern zu spalten, wird dieser mit einem Neutron beschossen. Er teilt sich und es werden Energie und weitere Neutronen frei, die wiederum andere Atomkerne teilen können. Die Energie aus der Spaltung von 1 Gramm Uran entspricht in etwa der von über 9 Tonnen Braunkohle oder fast 2 Tonnen Heizöl.

Spaltung eines Atomkerns durch ein Neutron
Spaltung eines Atomkerns durch ein Neutron

Kernkraftwerke nützen diese Energie zur Erzeugung von Wasserdampf. Dieser treibt Turbinen und in weiterer Folge Generatoren zur Stromerzeugung an. Ein einzelnes Atomkraftwerk liefert die Strommenge von mehreren Wasserkraftwerken. Der komplizierte Prozess der Kernspaltung wird in einem von einer dicken Betonmauer umhüllten Kernreaktor durchgeführt. Die charakteristischen hohen Türme eines Atomkraftwerks dienen der Kühlung.

Atomkraftwerk
Atomkraftwerk

Der steigende Stromverbrauch und die ausreichenden Uranvorkommen führen dazu, dass viele Staaten Kernkraftwerke bauen. Fast alle Nachbarländer Österreichs besitzen Kernkraftwerke. Einige dieser Anlagen sind der österreichischen Grenze sehr nahe. In Europa ist Frankreich mit über 50 Standorten führend.

Atomkraftwerke rund um Österreich
Atomkraftwerke rund um Österreich

Österreich hat andere Wege zur Energiegewinnung eingeschlagen und bereits 1978 den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen. Sogar ein sehr teures und bereits fertig gebautes Atomkraftwerk im niederösterreichischen Zwentendorf wurde nie in Betrieb genommen. Auch Deutschland wendet sich von der Atomenergie ab. Bis 2022 sollen alle deutschen Atomkraftwerke stillgelegt werden.

AKW Zwentendorf
AKW Zwentendorf

Gefahren

Die Behauptung, dass die Atomkraftwerke absolut sicher sind, kann spätestens seit dem 26. April 1986 nicht mehr als richtig angesehen werden.

Tschernobyl

Zwei Explosionen zerstörten einen Reaktorblock des Kernkraftwerkes in Tschernobyl. Über 600 000 Menschen wurden dadurch starker radioaktiver Strahlung ausgesetzt. Die Umgebung ist auf Jahrzehnte hin verseucht. Viele Menschen sind unmittelbar an den Folgen erkrankt und gestorben. Radioaktives Material wurde in die Atmosphäre geschleudert und fast weltweit verteilt.

Kernkraftwerk Tschernobyl
Kernkraftwerk Tschernobyl

Fukushima

Am 11. März 2011 kam es zu einer Reaktorkatastrophe in Fukushima (Japan). Ein Erdbeben und eine dadurch ausgelöste riesige Flutwelle (Tsunami) führte zum Ausfall der elektrischen Energieversorgung des Atomkraftwerkes.

Die Reaktorkerne und die Brennstäbe konnten dadurch nicht mehr gekühlt werden. Eine Unfallserie mit mehreren Kernschmelzen und der Zerstörung der Reaktorblöcke 1 bis 4 war die Folge. Die Freisetzung großer Mengen radioaktiver Stoffe war nicht mehr zu verhindern. Landwirtschaftliche Erzeugnisse, Böden, Leitungs- und Meerwasser wurden verseucht und 70 000 - 80 000 Anwohner mussten evakuiert werden.

Riesige Flutwelle (Fotomontage)
Riesige Flutwelle (Fotomontage)

Noch weitgehend ungelöst ist die Endlagerung des gefährlichen, noch zum Teil tausende Jahre verseuchten, radioaktiven Atommülls. Kein Staat der Erde hat dafür bis jetzt eine befriedigende Lösung gefunden.

Radioaktiver Müll
Radioaktiver Müll

Auch die Angst vor terroristischen Anschlägen hat bei vielen Menschen zu einem Umdenken bezüglich der Nutzung von Atomenergie geführt.

Um den zukünftigen Energiebedarf decken zu können, müssen die alternativen Energieformen weiterentwickelt werden.

Hamsterkraftwerk
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