Vögel als Haustiere

Vögel werden schon seit langer Zeit als Haustiere gehalten. Von Nutztieren wie den Haushühnern verwendet man vor allem die Eier und das Fleisch. Man schätzt, dass weltweit über 25 Milliarden Hühner gehalten werden. Vögel als Heimtiere bereiten ihren Besitzern und Besitzerinnen große Freude. Damit es den Vögeln wie Wellensittichen und Kanarienvögeln aber gut geht, muss man sich über die Haltung und Pflege genau informieren.

Arbeitsmittel

Hühnervögel

Wildlebend gibt es weltweit über 250 Hühnervogelarten. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich vorwiegend am Boden aufhalten und nicht sehr gut fliegen können. Meist fliegen sie nur kurze Strecken mit geringer Flughöhe, beispielsweise um die Äste von Bäumen aufzusuchen, um darauf zu schlafen. Haushühner und Puten sind die wichtigsten domestizierten Hühnervögel.

Haushuhn
Haushuhn
Puten
Puten

Das Haushuhn ist das häufigste Nutztier. Weltweit gibt es dreimal mehr Haushühner als Menschen. Es werden sowohl das Fleisch als auch die Eier der Vögel genutzt. Alle Haushuhnrassen stammen von dem in Südostasien beheimateten, wildlebenden Bankivahuhn ab. Die Domestikation dürfte schon vor 8 000 Jahren stattgefunden haben. Nördlich der Alpen wird das Haushuhn seit ungefähr 600 v. Chr. gezüchtet.

Hühnereier
Hühnereier
Bankivahahn
Bankivahahn

Hühner leben normalerweise gesellig in Gruppen (Hühnerschar) mit einem Hahn und mehreren Hennen. Der Haushahn hat einen auffälligen Kamm, einen großen Kehllappen, ein prächtiges Gefieder und lange Schwanzfedern. Hähne haben über der hinteren Zehe einen spitzen Sporn, der zur Verteidigung eingesetzt wird. Die Hennen sind kleiner und leichter, unauffällig gefärbt, mit kleinen Kämmen und kleinen Kehllappen.

Merkmale von Haushuhn und Haushahn
Merkmale von Haushuhn und Haushahn

Innerhalb der Gruppe wird die Stellung der einzelnen Individuen über die sogenannte Hackordnung bestimmt. Das Huhn, das in der Rangordnung am höchsten steht, bedient sich vor den anderen an Wassertränken und Futter und nimmt auch die besseren, hochgelegenen Schlaf- und Ruheplätze ein. Die Rangordnung wird durch körperliche Überlegenheit und das Alter, aber auch durch die Größe des Kamms bestimmt.

Hühner fressen, indem sie am Boden scharren und Nahrung wie zum Beispiel Körner, Insekten, Insektenlarven und Würmer aufpicken. Wie andere Vögel fressen auch Haushühner kleine Steinchen, die dabei helfen, im Kaumagen die Nahrung zu zerkleinern. Wenn Hühner nur im Stall (beispielsweise bei der Bodenhaltung) gehalten werden, darf man nicht darauf vergessen, den Hühnern auch geeignete Steinchen zur Verfügung zu stellen!

Hast du schon einmal beobachtet, dass sich Tiere im Sand wälzen? Bei bodenlebenden Vögeln wie den Hühnern ist dieses Verhalten besonders ausgeprägt, man spricht vom Sandbaden. Dieses Verhalten ist ein wichtiger Teil der Körperpflege. Auf sandigem Boden wirbeln die Hühner viel Staub auf, damit sich dieser über das Gefieder verteilt. Danach wird das Gefieder geschüttelt und ausgiebig geputzt, wodurch es von Parasiten wie Federmilben befreit wird.

Hühner beim Sandbaden
Hühner beim Sandbaden

Hühner haben durch die Position der Augen seitlich am Kopf beinahe einen Rundumblick (bis 330 Grad), aber ein eingeschränktes räumliches Sehen. Hühner können räumliche Informationen wahrnehmen, indem sie einen Gegenstand fixieren. Danach bewegen sie den Kopf, wodurch ein etwas anderes Bild aufgrund der veränderten Kopfposition wahrgenommen wird. Die beiden nacheinander erfassten Bilder werden verglichen, wodurch Entfernungen abgeschätzt werden können. Hühner tasten mit ihrem Schnabel – damit können sie nicht nur die Größe, die Härte oder die Form eines Gegenstandes, sondern auch dessen Temperatur wahrnehmen! Hühner haben zwar keine Ohrmuscheln, können aber gut hören. Die Leistung ihres Geruchssinns ist vergleichbar mit der des Menschen, ihr Geschmackssinn ist weniger gut ausgeprägt. Hühner haben zwei besondere Sinne! Mit dem magnetischen Richtungssinn können sie sich am Erdmagnetfeld orientieren. Die Sinneszellen des Vibrationssinns befinden sich vor allem in den Füßen der Hühner. Dadurch können sie über die Schwingungen des Bodens einen sich nähernden Fressfeind wahrnehmen.

Die Augen der Henne liegen seitlich am Kopf und ihre Ohrscheiben sind befiedert. Außerdem hat sie einen feinfühligen und durchaus scharfen Schnabel.
Kopf einer Henne

Neben Haushühnern werden auch Puten, die domestizierte Form der Truthühner, als Fleischlieferanten genutzt. Die Männchen werden als Puter oder Truthahn, die Weibchen als Pute oder Truthenne bezeichnet. Puter können aufgrund der Züchtung ein Gewicht von bis zu 20 kg erreichen, Truthennen werden bis zu 10 kg schwer. Auffallend am Aussehen der Truthühner ist, dass sie an Hals und Kopf keine Federn haben. Diese Bereiche sind rot und blau gefärbt.

Wilde Truthühner
Wilde Truthühner
Puter
Puter
Pute
Pute

Werben die Truthähne um die Hennen, plustern sie sich auf, spreizen ihre Schwanzfedern und blasen Luft in ihre intensiv rot gefärbten Kehlsäcke. Sie präsentieren auch ihren Lappen über dem Schnabel. Männchen mit besonders langem und roten Lappen sind für die Hennen besonders attraktiv, da sie einen Hinweis darauf geben, dass diese Puter gesund und kräftig sind.

Ein Truthahn in der Balz mit aufgefächterten Schwanzfedern und langem rotem Hautlappen, der neben dem Schnabel herunterhängt
Truthahn in der Balz

Gänsevögel

Gänsevögel sind die nächsten Verwandten der Hühnervögel. Zu diesen Wasservögeln zählen unter anderem Gänse, Schwäne und Enten. Eine bekannte domestizierte Form der Gänsevögel sind die Hausgänse, die in Europa von der Graugans abstammen. Die Stammform der Hausenten sind die Stockenten.

Graugans (wilder Vorfahre der Hausgans)
Graugans (wilder Vorfahre der Hausgans)
Hausgans
Hausgans
Stockente
Stockente
Hausente
Hausente

Hausgänse und Hausenten werden vor allem als Fleischlieferanten gehalten. Auch die Eier der Vögel werden genutzt. Außerdem werden die Daunen (Flaumfedern) der Gänse wegen ihrer wärmedämmenden Wirkung in Decken, Kissen und Jacken gefüllt. Früher wurden die Schwungfedern der Gänse auch als Schreibfedern verwendet. Eine beliebte Delikatesse von Enten und Gänsen ist deren Leber. Damit größere Mengen an Leber verkauft werden können, werden die Tiere „gestopft“. Das bedeutet, dass man ihnen große Mengen an Futter über den Schnabel und die Speiseröhre in den Magen pumpt. Diese großen Nahrungsmengen führen zu einer krankhaft vergrößerten Leber. Diese Form der Produktion ist heute in vielen Ländern Europas, auch in Österreich und Deutschland, verboten. Der Verkauf von importierter Stopfleber ist aber erlaubt. Aus Tierschutzgründen sollte man Stopfleber nicht kaufen.

Daunenjacke
Daunenjacke

Gänsevögel sind an das Leben im Wasser angepasst. Fett aus der Bürzeldrüse oberhalb der Schwanzwurzel wird mit dem Schnabel über die Deckfedern verteilt. Dadurch wird das Gefieder wasserabweisend. So bleiben die darunter liegenden Daunen trocken, die durch die Luftschicht zwischen den Ästen der Flaumfedern den Körper warm halten. Auch das Fett unter der Haut schützt vor Wärmeverlust. Durch die Schwimmhäute zwischen den drei Vorderzehen können sie ihre Füße wie Paddel einsetzen. Und mit ihrer speziellen Körperform können sie sich geschickt durch das Wasser bewegen. Die Küken der Gänsevögel sind Nestflüchter, wodurch sie bereits nach kurzer Zeit die Entenmutter oder die Gans und den Gänserich begleiten können.

Merkmale von Gänsen
Merkmale von Gänsen

Gänse sind Pflanzenfresser, die sich vor allem von Gras ernähren. Daher sollten Hausgänsen Weideflächen zur Verfügung stehen. Betrachtet man den Schnabel der Gänse genauer, erkennt man am Rand des Schnabels Hornlamellen. Mit diesen Lamellen am Schnabel und der Zunge können sie Futter festhalten und abreißen. Getreide (wie Gerste oder Hafer) und Gemüse sollten den Speiseplan ergänzen. Darüber hinaus muss den Tieren auch Wasser in Form von Bademöglichkeiten (z. B. ein Teich oder ein Wasserbehältnis) zur Verfügung gestellt werden. Wusstest du, dass Gänse bereits in der Antike als Wachtiere eingesetzt wurden? Fremde Personen bleiben nicht unbemerkt, weil Gänse laut Alarm schlagen. Manchmal greifen sie Eindringlinge auch an.

Hornlamellen eines Gänseschnabels
Hornlamellen eines Gänseschnabels
Weidende Gänse
Weidende Gänse

Enten sind dafür bekannt, dass sie unter Wasser nach Nahrung suchen. Die Bezeichnung Gründeln beschreibt, wie Enten ihren Kopf in das Wasser eintauchen und den Hinterleib dabei in die Höhe strecken. Der Grund des Gewässers kann dadurch nach Nahrung wie Wasserpflanzen und im Wasser lebende Tiere abgesucht werden. Durch die Form ihre Schnabels und die Hornlamellen am Rand des Schnabels können die Enten ihre Nahrung festhalten. An Land bewegen sich Enten dagegen eher schwerfällig. Der schwankende Gang der Enten wird als watscheln bezeichnet.

Eine gründelnde Stockente
Eine gründelnde Stockente
Entenschnabel
Entenschnabel

Eine besondere Entenrasse sind die Laufenten. Sie zeichnen sich durch einen schlanken Körper und einen nach oben gerichteten Hals aus. Durch ihren Körperbau bewegen sie sich an Land geschickter fort als andere Enten. Dennoch benötigen die Tiere für die tägliche Pflege und zum Schwimmen auch Wasser. Laufenten werden in Europa gerne in Gärten einsetzt, um Schnecken oder Schneckeneier zu fressen.

Laufenten
Laufenten

Vögel als Heimtiere

Vögel werden von Menschen als Heimtiere gehalten, weil sie diese gerne beobachten und ihren Gesang schätzen. Beliebte Hausvögel sind Sittiche, Kanarienvögel und Prachtfinken. Möchte man Großpapageien (wie Graupapageien) halten, muss man dafür um eine Genehmigung ansuchen und nachweisen, dass sie ausreichend Platz und die richtige Pflege erhalten.

Nymphensittich
Nymphensittich
Kanarienvogel
Kanarienvogel
Zebrafink
Zebrafink
Graupapagei
Graupapagei

Wenn man überlegt, einen Vogel als Heimtier zu halten, muss man sich vorab genau informieren und einiges Bedenken! Bei der Anschaffung und Haltung muss das Tierschutzgesetz beachtet werden. Man sollte über die Voraussetzungen für die Haltung und die Kosten für die Anschaffung und Pflege der Tiere und der benötigten Materialien genau Bescheid wissen. Man darf nur gezüchtete Vögel bestimmter Arten halten, keinesfalls gefangene Wildvögel! Auch sollte man sich bewusst sein, dass manche Hausvögel sehr alt werden können – Papageien können sogar ein Alter von 70 Jahren erreichen. Man muss den Lärm, der durch Vögel erzeugt wird, akzeptieren und man muss dazu bereit sein, den von den Vögeln verursachten Schmutz (Vögel sind nicht stubenrein!) regelmäßig zu beseitigen. Vögel müssen täglich versorgt werden, daher sollte man ausreichend Zeit für die Tiere haben und man muss sich auch um Betreuung kümmern, wenn man auf Urlaub fährt.

Vögel dürfen niemals einzeln gehalten werden. Einzelhaltung führt zu Verhaltensstörungen und Krankheiten. Vögel sind keine „Kuscheltiere“, ihnen ist die Berührung durch den Menschen meist unangenehm. Für ihr Sozialleben, für Körperkontakt und zur Kommunikation brauchen sie einen oder mehrere Artgenossen.

Wellensittiche
Wellensittiche

Den Vögeln muss viel Platz, auch für tägliche Freiflüge, zur Verfügung stehen. Eine artgerechte Tierhaltung bietet den Vögeln in Volieren und in gesicherten Freiflugräumen ausreichend Bewegungsmöglichkeiten. Die Einrichtung der Volieren richtet sich nach der Vogelart. Wichtig ist, dass sie darin fliegen, klettern, ruhen, spielen, baden und sandbaden können. Bei Außenvolieren muss man für entsprechenden Sonnenschutz sorgen und die Tiere in der kalten Jahreszeit vor Frost geschützt unterbringen. Die regelmäßige Reinigung der Voliere und ihrer Einrichtung ist wichtig für die Gesundheit der Vögel.

Vogelvolier
Die benötigte Größe der Voliere ist abhängig von der Vogelart und der Anzahl der gehaltenen Tiere.

Den Vögeln muss immer frisches Wasser und artgerechtes Futter zur Verfügung stehen. Daher muss man sich über die Fütterung der entsprechenden Vogelart genau informieren. Generell besteht das Futter aus Getreidekörnern, Samen und frischem Futter wie Gemüse, Obst und Kräuter. Darüber hinaus benötigen Hausvögel Vogelgrit. Diese kleinen Steinchen benötigen die Tiere, um die Nahrung in ihrem Kaumagen zerkleinern zu können. Vogelgrit versorgt den Körper auch mit Mineralstoffen.

Vogelgrit aus kleinen Steinen und Muschelstücken
Vogelgrit aus kleinen Steinen und Muschelstücken (starke Vergrößerung)

Viele Menschen sind mit den Anzeichen (Symptomen) von Erkrankungen bei Vögeln nicht vertraut. Daher muss man seine Tiere genau beobachten. So lernt man deren Aussehen und Verhalten genau kennen und kann dadurch Veränderungen, die auf eine Krankheit hinweisen können, erkennen. Beispielsweise sind ein verschmutztes, mattes Gefieder, eine unnatürliche Körperhaltung, gerötete Augen oder dünnflüssiger Kot Anzeichen für eine vorliegende Erkrankung. Bei einem Hinweis auf eine mögliche Erkrankung muss umgehend ein Tierarzt oder eine Tierärztin, der oder die mit der Behandlung von Vögeln vertraut ist, aufgesucht werden!

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