Heimische Raubtiere

Füchse und Marder kommen in Österreich relativ häufig vor. Vergleichsweise selten sind Braunbären, Wölfe, Wildkatzen und Luchse.

Arbeitsmittel

Rotfuchs

Die Redewendung „Schlau wie ein Fuchs“ hat ihre Berechtigung. Füchse sind in der Lage, sich an verschiedene Lebensräume anzupassen. Daher sind Rotfüchse nicht nur in unseren Wäldern, sondern manchmal sogar in unseren Städten anzutreffen. Auch sind sie bei der Nahrungsaufnahme nicht wählerisch – sie sind Allesfresser. Füchse werden auch als „Gesundheitspolizei“ bezeichnet, da sie auch altes und krankes Wild und auch Aas fressen. Wenn sie in den Städten nicht ausreichend Beutetiere finden, fressen sie auch Lebensmittelreste aus Mülltonnen.

Ein Rotfuchs in der Stadt
Ein Rotfuchs in der Stadt

Das Fell des Rotfuchses kann hellrot, dunkelrot oder gräulich gefärbt sein. Am Bauch und an der Unterseite von Kopf und Hals ist sein Fell weiß. Die Beine (Läufe) und der hintere Teil der Ohren sind schwarz gefärbt. Die Lunte (Schwanz des Fuchses) ist sehr buschig.

Füchse haben Reviere, in denen sie leben, jagen und ihre Jungen aufziehen. Diese Gebiete markiert das Männchen (Rüde) mit Kot und Urin. Der Rüde lebt im Revier mit einem oder mehreren Weibchen (Fähen) zusammen. Füchse ziehen sich, zur Aufzucht der Jungen und zum Schutz, in den unter der Erde liegenden Bau zurück. Im Frühjahr kommen nach ungefähr 50 Tagen Tragzeit die Jungtiere zur Welt. Die Fuchskinder (Welpen) beginnen nach ungefähr zwei Wochen die Umgebung außerhalb des Baus zu erkunden. Nach ungefähr vier Monaten sind die Jungtiere selbstständig.

Fuchswelpen
Fuchswelpen erkunden die Umgebung

Füchse sind dämmerungs- und nachtaktiv. Das Jagdverhalten der Füchse ist ähnlich dem der Katzen. Sie schleichen sich an ihre Beute an und zeigen oftmals den sogenannten Mäusesprung. Füchse wenden auch einen Trick an: sie stellen sich tot, um Aasfresser wie Krähen anzulocken.

Mäusesprung
Mäusesprung
Ein Rotfuchs auf Beutejagd

Füchse machen verschiedene Laute, zum Beispiel Bellen, Winseln und Keckern.

Fuchsrüde bellt Fuchsfähe bellt Fuchs winselt und keckert

Je nach Gangart des Fuchses sind seine Pfotenabdrücke (Trittsiegel) unterschiedlich angeordnet. Häufig ist ein schneller Trab (Schnüren), bei dem die Hinterläufe in die Abdrücke der Vorderläufe steigen. Dadurch entstehen Abdrücke, die wie an einer Schnur angeordnet sind.

Schnürspur eines Fuchses im Schnee
Schnürspur eines Fuchses
Hund Fuchs Der Pfotenabdruck des Fuchses ist etwas schmaler als der des Hundes.
Pfotenabdruck von Hund und Fuchs

Marder

Heimische Arten aus der Familie der Marder sind der Fischotter, der Europäische Iltis (Waldiltis), das Mauswiesel, der Hermelin, der Europäische Dachs, der Baummarder und der Steinmarder.

Europäischer Dachs

Der Europäische Dachs ist das größte marderartige Raubtier in Österreich. Er lebt vor allem in Wäldern und ist nachtaktiv. Dachse sind Allesfresser. Die besonderen Merkmale des Dachses sind sein gedrungener Körper, die schwarz-weißen Gesichtsstreifen, seine rüsselartige Schnauze und seine Grabpfoten mit langen Krallen.

Europäischer Dachs
Europäischer Dachs
Grabpfote eines Dachses mit lange kräftigen Krallen
Grabpfote eines Dachses

Dachse graben sich einen unterirdischen, tief liegenden Bau, der immer weiter ausgebaut wird. Ein Dachsbau kann daher sehr groß werden.

Dachsbau
Dachsbau

Steinmarder

Der Steinmarder ist die häufigste Marderart in Österreich und in Europa. Er ist ein Einzelgänger, der sein Revier mit Duftdrüsen am After markiert. Man erkennt ihn an seinem langgestreckten, schlanken Körper, den kurzen Gliedmaßen, dem weißen, gegabelten Kehlfleck und dem langen, buschigen Schwanz. Der Baummarder sieht dem Steinmarder sehr ähnlich. Man kann die beiden Arten aber an ihrem Kehlfleck unterscheiden.

Gegabelter Kehlfleck eines Steinmarders
Gegabelter Kehlfleck eines Steinmarders

Der Steinmarder hält sich hauptsächlich in der Nähe von Menschen auf. Da er nachtaktiv und scheu ist, ist er aber nur selten zu sehen. Tagsüber verstecken sich Steinmarder in Felsspalten, im Bau anderer Tiere, in Holzstößen, auf Dachböden oder in Ställen. Nachts jagt der Allesfresser unter anderem Nagetiere, Kaninchen, Vögel, Frösche und Insekten. Er ernährt sich aber auch von Aas, Eiern und Früchten.

Braunbär

Braunbären zählen zu den größten Landraubtieren weltweit. Es gibt mehrere Unterarten des Braunbären, darunter auch der Europäische Braunbär, der Grizzlybär, der Kodiakbär und der Kamtschatkabär.

Europäischer Braunbär
Europäischer Braunbär

Bären bewegen sich im Passgang fort. Das bedeutet, dass die Gliedmaßen einer Körperseite gleichzeitig nach vorne bewegt werden. Dies erkennt man auch an der Position der Pfotenabdrücke bei einer Bärenspur.

Passgang und Trittsiegel eines Bären

Braunbären sind Einzelgänger, die sich vor allem von Beeren, Eicheln, Pilzen, Kräutern und Nüssen ernähren. Eiweiße nehmen sie über Aas und Insekten, manchmal auch Fische, auf. Braunbären brauchen ein ausreichendes Nahrungsangebot und Rückzugsmöglichkeiten, vor allem geschützte Höhlen für die Winterruhe. Diese Bedingungen finden die Bären auch in den europäischen Alpen.

Die Wahrscheinlichkeit, in Österreich einem Braunbären zu begegnen, ist äußerst gering. Was sollte man aber tun, wenn dies doch passiert?

Wolf

Der Wolf braucht zusammenhängende Lebensräume, in denen er ausreichend Nahrung und Schutz für die Aufzucht der Jungtiere findet. Vor über 200 Jahren besiedelten Wölfe noch einen Großteil der nördlichen Hemisphäre. Ende des 19. Jahrhunderts galt er in Mitteleuropa, also auch in Österreich, als ausgerottet.

Wölfe mit Beute
Wölfe mit Beute
Wölfin mit einem Welpen
Wölfin mit Welpen

In manchen schwer zugänglichen Gebirgsregionen Europas konnte der Wolf überleben. Seit den 1980er-Jahren wird eine Zunahme der Bestände beobachtet. Zurzeit gibt es in Österreich ungefähr 40 Wölfe. Um ein Zusammenleben der Wölfe mit dem Weidevieh und damit mit uns Menschen konfliktfrei zu ermöglichen, sind Aufklärungsarbeit, finanzielle Unterstützung für Bäuerinnen und Bauern und Herdenschutzmaßnahmen wie Zäune und Herdenschutzhunde erforderlich.

Bedeutung des Wolfs

Wölfe sind in der Europäischen Union streng geschützt. Sie sind ein wichtiger Teil der Natur und tragen zum Gleichgewicht in einem Lebensraum bei. Wölfe reißen Schalenwild und tragen damit zur Regulierung der Bestände von Schalenwild bei. Außerdem hinterlassen sie Nahrung für andere Tiere und sie werden als „Gesundheitspolizei“ bezeichnet, weil sie alte und kranke Tiere fressen.

Wildkatze

Die Europäische Wildkatze sieht der Hauskatze sehr ähnlich. Die Wildkatze hat aber ein dichteres Fell, ist etwas größer und hat einen buschigen Schwanz mit schwarzen, nicht verbundenen Ringen. Über viele Jahre konnte die Europäische Wildkatze in Österreich nicht gesichtet werden. Sie ist sehr scheu und braucht, wie der Wolf, großflächige Gebiete und Rückzugsmöglichkeiten für die Nahrungssuche und die Aufzucht der Jungtiere. In den letzten Jahren konnte man Wildkatzen in Vorarlberg, Kärnten und Niederösterreich beobachten. Ein besonderes Schutzgebiet der Wildkatze ist im Nationalpark Thayatal.

Europäische Wildkatze
Europäische Wildkatze
getigerte Hauskatze
getigerte Hauskatze

Luchs

Der Eurasische Luchs ist eine dämmerungs- und nachtaktive Kleinkatze. Man erkennt den Einzelgänger an seinen Pinselohren, dem breiten, rundlichen Kopf mit Backenbart, dem kurzen Schwanz und den breiten Pfoten.

Das Fell des Luchses ist im Sommer rötlich-braun, im Winter hingegen eher grau-braun. Das Winterfell des Luchses ist aufgrund seiner zahlreichen Wollhaare (Unterwolle) besonders dicht.

Eurasischer Luchs im Sommer
Eurasischer Luchs im Sommer
Eurasischer Luchs im Winter
Eurasischer Luchs im Winter

Um 1900 galt der Eurasische Luchs in Österreich als ausgerottet. Ursachen dafür waren der Lebensraumverlust (Entwaldung), der Rückgang der Beutetiere (vor allem Schalenwild wie Rehe) und das gezielte Bejagen des Luchses (um Übergriffe des Luchses auf Nutztiere wie Schafe zu verhindern). Wiederansiedlungsprojekte seit den 1970er-Jahren haben den Luchs nach Österreich zurückgebracht. Es wird geschätzt, dass es zurzeit in Österreich ungefähr 35 Luchse gibt.

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