Blutkreislaufsystem

Unser Blutkreislaufsystem besteht aus dem Herzen und den Blutgefäßen, in denen das Blut fließt. Durch das Pumpen des Herzens transportiert das Blut lebenswichtige Substanzen wie Sauerstoff und Nährstoffe zu den Organen und sorgt dafür, dass Abfallstoffe aus dem Körper abgegeben werden können.

Arbeitsmittel

Das Herz

Das Herz ist das zentrale Organ des Blutkreislaufs. Es befindet sich in der Mitte des Brustraums, wobei die Spitze des Herzens etwas weiter links liegt. Die Größe des Herzens ist vergleichbar mit der Größe einer Faust. Das Herz ist ein Hohlmuskel, dessen Kammern sich regelmäßig mit Blut füllen, um dieses durch Pumpbewegungen durch den Körper zu transportieren.

Probier’s mal

Damit das Blut durch den gesamten Körper fließt, muss sich das Herz kräftig zusammenziehen. Nimm einen Tennisball und drücke diesen mit einer Hand fest zusammen. Die Kraft, die du aufbringen musst, um den Tennisball zusammenzudrücken, entspricht etwa dem Druck, den das Herz bei einem Herzschlag ausübt.

Das Herz ist in zwei Hälften unterteilt, die durch die Herzscheidewand getrennt werden. In jeder Herzhälfte gibt es eine Vorkammer und eine Herzkammer. In der linken Herzhälfte sammelt sich das sauerstoffreiche Blut, in der rechten Herzhälfte das sauerstoffarme Blut. Das Blut fließt zuerst in die Vorkammer und danach in die Herzkammer. Herzklappen sorgen dafür, dass der Blutfluss nur in eine Richtung erfolgt. Durch das Zusammenziehen des Herzens wird das Blut in die Blutgefäße gepumpt. Die vom Herzen wegführenden Blutgefäße bezeichnet man als Arterien (Schlagadern). Das Blut fließt von den Organen durch die Venen zurück zum Herzen.

    Abb. 1

    Ärzte und Ärztinnen hören die Herztöne mit dem Stethoskop ab. Die Geräusche entstehen durch das Öffnen und Schließen der Herzklappen. Hier kannst du hören, wie diese Herztöne klingen!

    Herztöne
    Ein Stethoskop besteht aus zwei Ohrstöpseln, die über einen Bügel miteinander verbunden sind. Daran hängt ein Schlauch mit einem runden Metallstück am Ende, das der Arzt auf Brust oder Rücken hält, um die Herztöne anzuhören.
    Mit einem Stethoskop kontrolliert der Arzt oder die Ärztin deinen Herzschlag.

    Hast du schon einmal von dem Begriff Blutdruck gehört? Das ist der Druck, den das Blut auf die Blutgefäße ausübt. Dabei werden immer zwei Werte gemessen: ein höherer Wert, wenn das Herz sich zusammenzieht und damit das Blut aus dem Herzen gedrückt wird und ein geringerer Wert, wenn das Herz entspannt ist und damit das Blut mit geringerem Druck fließt. Erhöhte Blutdruckwerte sind ein Hinweis auf Probleme im Herz-Kreislauf-System, beispielsweise aufgrund von verengten Blutgefäßen. Daher sollte der Blutdruck regelmäßig kontrolliert werden.

    Der Puls

    Die Herzschläge pro Minute werden als Puls bezeichnet. Bei einem Erwachsenen liegt der Ruhepuls bei circa 70 Herzschlägen.

    Wie hoch ist dein Ruhepuls?

    Du kannst deinen Herzschlag entweder direkt am Herzen, an der Halsschlagader oder am Handgelenk messen. Drücke zum Starten den roten Knopf auf der Stoppuhr und zähle eine Minute lang deine Herzschläge.

    Achtung: verwende an der Halsschlagader und am Handgelenk zur Messung die Zeigefinger und Mittelfinger. Im Daumen nimmt man manchmal auch seinen Puls wahr, das kann aber die Zählung stören!

    Trage nun dein Ergebnis hier ein und berechne, wie viele Herzschläge dein Herz in einer Stunde, an einem Tag, in einem Jahr und in einem Leben (bei einem Lebensalter von 80 Jahren) ausübt!

    Dein Puls pro Minute Herzschläge pro Stunde Herzschläge pro Tag Herzschläge pro Jahr Herzschläge im Leben
    4 200 mal 100 800 mal 37 Millionen mal 2,9 Milliarden mal

    Bei Anstrengung pumpt das Herz schneller. Bewege dich nun zwei Minuten so intensiv wie möglich (z. B. indem du am Stand so schnell wie möglich läufst oder du Hampelmänner machst). Zähle nun nach der Anstrengung deine Herzschläge pro Minute! Welchen Puls hast du nun? Wie hoch ist der Puls deiner Mitschüler und Mitschülerinnen nach der Bewegung? Wie schnell kommst du wieder zur Ruhe? Zähle dazu deine Herzschläge drei Minuten und sechs Minuten nach der Anstrengung. Du hast beim Thema Atmung auch deine Atemzüge nach der Bewegung gezählt – weißt du, welcher Zusammenhang zwischen Atmung und Puls besteht?

    Der Blutkreislauf

    Ein erwachsener Mensch hat – abhängig von Gewicht und Alter – circa fünf bis acht Liter Blut im Körper. Hier kannst du die Blutmenge in deinem Körper berechnen.

    Dein Gewicht Dein Blutvolumen
    ca. 2,2 Liter

    Um eine optimale Versorgung zu gewährleisten, haben wir viele, zum Teil sehr feine, Blutgefäße im Körper! Würde man alle Blutgefäße eines Erwachsenen aneinander legen, würde man eine Länge von 96 000 Kilometern erreichen. Das ist mehr als zweimal so lang wie der Äquator der Erde! Die feinsten Blutgefäße, die Haargefäße, haben einen Durchmesser von 0,01 Millimeter (das ist ein Zehntel eines Millimeters). Das größte Blutgefäß, die Hauptschlagader (Aorta) hat bei einem Erwachsenen einen Durchmesser von circa drei Zentimetern!

    Man unterscheidet den Lungenkreislauf und den Körperkreislauf. Der Lungenkreislauf dient dem Gasaustausch in der Lunge. So wird sauerstoffreiches Blut von der Lunge zum Herzen transportiert. Der Körperkreislauf dient der Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen und dem Abtransport von Abfallstoffen. Dafür sind die Gewebe von feinen Gefäßen, den Haargefäßen durchzogen. Sie ermöglichen den Gasaustausch und den Austausch von anderen Stoffen mit den Zellen.

    Um den Weg des Blutes durch den Körper zu beotrachten, beginnen wir in der linken Herzkammer. Das sauerstoffreiche Blut fließt über die Körperarterien zu den Organen und versorgt diese mit Sauerstoff und Nährstoffen. In den Haargefäßen der Organe findet unter anderem der Gasaustausch mit den Zellen statt. Das sauerstoffarme Blut (angereichert mit Kohlenstoffdioxid) fließt über die Körpervenen zurück zum Herzen in die rechte Vorkammer und danach in die rechte Hauptkammer. Durch die Pumpbewegung des Herzens wird das sauerstoffarme Blut über die Lungenarterien zur Lunge transportiert. Durch den Gasaustausch über die Haargefäße in den Lungenbläschen wird das Blut mit Sauerstoff angereichert. Über die Lungenvenen fließt das Blut zurück in die linke Vorkammer und dann in die linke Herzkammer.

    Arterien führen vom Herzen weg
    Venen führen zum Herzen hin

    Das Blut

    Blut besteht aus flüssigen und festen Bestandteilen. Den flüssigen Teil des Blutes nennt man Blutplasma. Dieses besteht hauptsächlich aus Wasser und darin gelöste Substanzen wie Nährstoffe und Salze. Die festen Bestandteile, die für die rote Farbe des Blutes verantwortlich sind, sind die roten Blutkörperchen. Sie dienen dem Transport von Sauerstoff. Weitere feste Bestandteile sind die weißen Blutkörperchen, die Teil unseres Immunsystems sind und Krankheitserreger bekämpfen, und die Blutplättchen, die bei Verletzungen den Wundverschluss einleiten.

    Rote Blutkörperchen, weiße Blutkörperchen und Blutplättchen
    Rote Blutkörperchen (rot), weiße Blutkörperchen (hellblau) und Blutplättchen (gelb)

    Neben diesen Aufgaben leistet das Blut noch mehr! Es transportiert Kohlenstoffdioxid zur Lunge, Abfallstoffe zur Leber und zu den Nieren und Nährstoffe vom Darm zu den Zellen der Organe. Darüber hinaus sorgt das Blut dafür, dass unser Körper warm gehalten wird, indem Wärme (die in der Leber und in den Muskeln entsteht) im ganzen Körper verteilt wird!

    Ein kleines Experiment: Strecke einen Arm in die Höhe und lasse den anderen Arm nach unten hängen. Warte eine Minute und beobachte danach die Farbe deines Handrückens. Was kannst du beobachten?

    Blutverlust durch Wunden – Was tun?

    Bei einem Erwachsenen gilt ein Blutverlust ab einem Liter als kritisch. Bei Kindern sind bereits geringere Mengen gefährlich. Verliert jemand zum Beispiel durch eine schwere Verletzung ein Drittel seines Blutes, besteht höchste Lebensgefahr!

    Unser Körper kann kleine Wunden selbstständig schließen. Tritt eine kleine Verletzung der Haut auf, so zerfallen die Blutplättchen und verstopfen damit die Wunde. Danach beginnt der Körper, die betroffenen Gewebe zu erneuern und heilt damit die Verletzung. Damit kein Schmutz und keine Krankheitserreger über die Wunde in den Körper gelangen können, solltest du beispielsweise kleine Schnittverletzungen an den Händen mit einem Heftpflaster bedecken. Das Pflaster sollte regelmäßig gewechselt werden, denn verschmutzte Pflaster können die Wunde verunreinigen!

    Leichte Handverletzung, die mit einem Pflaster abgeklebt ist.
    Bei einer leichten Verletzung ist Wundreinigung und ein Pflaster ausreichend.

    Bei einer starken Blutung, die bei tiefen und großen Wunden auftritt, reicht ein Pflaster nicht aus! Hier sollte durch Erste-Hilfe-Maßnahmen verhindert werden, dass es zu einem großen Blutverlust kommt. Dabei ist ein Druck auf die Wunde unter Verwendung von keimfreien Wundauflagen besonders wichtig, da damit der Blutfluss aus der Wunde reduziert werden kann. Eine weitere Versorgung durch den Arzt ist auf jeden Fall notwendig.

    Lisa hat sich im Werkunterricht eine tiefe Schnittwunde am Arm zugezogen. Wie gehst du vor, um ihr zu helfen? Erfahre mehr zu Erste-Hilfe-Maßnahmen zu starken Blutungen an Gliedmaßen, in dem du folgenden Ablauf durch Ziehen in die richtige Reihenfolge bringst.

    Lege einen weichen, saugfähigen Druckkörper (beispielsweise eine zusammengerollte Binde), der größer als die Wunde ist, auf die Stelle der Wunde. fixiere diesen Druckkörper mit der Mullbinde, indem du sie fest um den Arm wickelst und fixiere die Enden. Währenddessen soll Lisa mit einer keimfreien Wundauflage auf die Wunde drücken und den Arm dabei hochhalten. Ist eine zweite helfende Person vor Ort, kann diese Lisa dabei unterstützen. Falls möglich, sollte sich Lisa hinlegen und die Beine hochlagern. Versichere dich, dass die Binde nicht zu locker, aber auch nicht zu fest sitzt. Sollte der Verband für Lisa unangenehm sein, sie ein Kribbeln in den Händen spüren oder treten Taubheitsgefühle auf, sollte der Verband neu angelegt werden. Verständige den Notruf und ziehe dir Handschuhe an. Bleib bei Lisa, decke sie zu und beruhige sie, bis die Rettung eintrifft. Wickle eine elastische Binde (z. B. eine Mullbinde) einmal um die verletzte Körperstelle, um damit die Wundauflage zu fixieren.

    Eine weiter Form der Blutung ist das Nasenbluten. Dieses kann spontan oder beispielsweise nach einem Sturz auftreten. Bei Nasenbluten sollte man sich hinsetzen und den Kopf nach vorne beugen. Mit einem Tuch kann die betroffene Person das abfließende Blut auffangen. Der Nacken sollte gekühlt werden (z. B. durch in ein Tuch eingewickelte Eiswürfel). Auch ein feucht-kaltes Tuch auf der Nasenwurzel kann helfen. Stoppt die Blutung nicht innerhalb von zehn bis 15 Minuten, muss die Rettung gerufen werden. Wenn Nasenbluten immer wieder auftritt, sollte ein Arzt besucht werden.

    Überlege, weshalb das Kühlen des Nackens und der Nasenwurzel das Nasenbluten verringern kann!

    Gesunderhaltung von Herz und Blutkreislauf

    Aufgrund der hohen Lebenserwartung sterben Menschen in Österreich vor allem an Krankheiten, die im höheren Alter vermehrt auftreten. Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen dabei die häufigste Todesursache dar. Viele Veränderungen im Herz-Kreislauf-System sind altersbedingt, dennoch können wir das Herz und die Blutgefäße durch unsere Lebensweise positiv beeinflussen und damit lange gesund erhalten!

    Als Risikofaktor bezeichnet man Gegebenheiten (z. B. in der Lebensweise), die das Risiko für das auftreten einer Krankheit erhöhen. Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Bewegungsmangel, eine falsche, ungesunde Ernährung und Übergewicht, anhaltender Stress und Hektik im Alltag und der Konsum von Alkohol und Nikotin.

    Daraus kannst du Grundsätze ableiten, die die Gesunderhaltung deines Herz-Kreislauf-Systems unterstützen!

    • Bewege dich und betreibe Sport! Unsere Empfehlung: Ausdauersport (wie Radfahren und Laufen) an der frischen Luft.
    • Ernähre dich gesund und abwechslungsreich mit vielen frischen Lebensmitteln und Vollkornprodukten!
    • Vermeide anhaltenden Stress! Plane auch immer wieder Pausen und Entspannung ein.
    • Alkohol und Nikotin sind in deinem Alter nicht erlaubt! Später, im Erwachsenenalter, solltest du den Konsum von Nikotin und Alkohol zum Schutz deiner Gesundheit vermeiden.

    Das Lymphsystem

    Das zweite Gefäßsystem, neben dem Blutkreislaufsystem, ist das Lymphsystem. Die beiden Gefäßsysteme stehen in engem Kontakt. Das Lymphsystem sammelt über seine Lymphgefäße Wasser und darin gelöste Stoffe aus den Geweben in unserem Körper und führt sie wieder dem Blutkreislauf zu. Damit spielt das Lymphsystem eine wichtige Rolle in der Regulation unseres Flüssigkeitshaushaltes.

    Das Lymphsystem mit Lymphbahnen und Lymphknoten
    Das Lymphsystem

    Das Lymphsystem ist auch Teil des Immunsystems und unterstützt damit die Abwehr von Krankheitserregern. Dabei spielen unter anderem die Lymphknoten, welche du beispielsweise im Unterkiefer und in den Achselhöhlen ertasten kannst, eine wichtige Rolle.

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